Meine Wing Chun-Reise begann in meinen 20ern aus dem Verlangen nach mehr Kontrolle und Selbstsicherheit. Ich wusste, dass ich etwas in meinem Leben ändern musste, und durch Zufall traf ich auf jemanden, der Wing Chun in einem sehr traditionellen Stil trainierte.
Anfangs war ich skeptisch, ließ mich aber auf ein Probetraining ein. Der Moment, als ich die Schule betrat, fühlte sich an wie der Eintritt in eine andere Welt – eine Welt, die auf Werten wie Respekt, Disziplin, Vertrauen und Geduld basierte. Teezeremonien und Philosophie waren genauso Teil des Trainingsalltags wie Techniken und Partnerübungen.
Mein erstes Jahr Wing Chun bestand fast ausschließlich aus Form- und Haltungstraining mit den einfachsten Übungen und Prinzipien. Es stellte die Werte der Schule, insbesondere Geduld, regelmäßig auf die Probe – zeigte mir aber auch die Bedeutung von Respekt gegenüber der Kunst und der Schule.
Mit der Form fest in mein Muskelgedächtnis eingebrannt, begann im zweiten Jahr das
eigentliche Training: Anwendungen und Chi-Sao-Übungen (Training zur Kontrolle von Kraft und Energie).
Die Jahre in der Wing Chun-Schule haben viel zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen, doch ich wusste, dass ich noch viele weitere Jahre üben musste, um wirklich Selbstvertrauen in einer Gefahrensituation zu gewinnen.
Durch verschiedene Lebensumstände musste ich mehrfach umziehen, was ein kontinuierliches Wing Chun-Training schwierig machte. Nach über sechs Jahren Pause ließ ich mich schließlich langfristig in Linz nieder.
Auf der Suche nach einer neuen Wing Chun-Schule stieß ich auf Sifu Andreas, dessen Ansatz sich stark von meinem bisherigen unterschied. Neben dem Formtraining brachte er mir sofort Prinzipien der Selbstverteidigung bei, betrachtete klassische Techniken in einem modernen Kontext und baute Straßensituationen in die Übungen ein.
Genau diese Praxisnähe, kombiniert mit theoretischem Hintergrundwissen und seinem individuellen Eingehen auf die Erfahrung jedes Schülers, überzeugten mich sofort und ich bin froh eine Schule gefunden zu haben, die Wing Chun kompetent in das neue Jahrhundert führt.
Meine Kampfkunst-Reise möchte ich nicht alleine gehen. Deshalb freue ich mich, den Weg als Trainer beschreiten zu dürfen – um der Trainingsgemeinschaft etwas zurückzugeben und gemeinsam weiter zu wachsen.